(Taunus Zeitung vom 18.07.2017)

Seniorenheim kann kommen

Grävenwiesbach Baubeginn eventuell noch in diesem Jahr

Kaum zu glauben: Grävenwiesbach ist bisher die einzige Gemeinde, in der es keine Senioreneinrichtung gibt. Doch das ändert sich nun. Aufgrund eine Privatinitiative sollen im Bahnhofsweg 12 Wohnungen für ältere Menschen entstehen.
Was wurde in der Randgemeinde des Hochtaunus nicht schon alles über Senioreneinrichtungen gesprochen. Auf dem derzeit vom Bauhof genutzten Ohly-Gelände dachte man über eine Wohnanlage nebst neuem Bürgerhaus nach. Dann kam das leerstehende Hotel an den Taunus-Arkaden ins Gespräch. Alles blieb graue Theorie. Bis ein Privatunternehmen die Initiative ergriff und eine Planung vorlegte.

Diese umfasst das Areal im Bahnhofsweg 12, wo eine moderne Senioreneinrichtung mit stationärer Pflege für 72 ältere Menschen entstehen wird. Die Planung steht, die erste Offenlage dazu hat keinen einzigen Einspruch ergeben, nun wird es also konkret.

Gebaut wird vom Kronberger Unternehmen Best Country For Old Men, einer Partnergesellschaft von Architekten aus Kronberg. Die Sprecherin Claudia Godulla betonte gestern: „Angesichts der zu erwartenden steigenden Zahlen an pflegebedürftigen Menschen haben wir Gespräche mit der Kommune geführt und beide haben die Notwendigkeit zur Errichtung einer Senioreneinrichtung erkannt.“

Grävenwiesbach verfüge über eine gut funktionierende Infrastruktur. Neben Bildungs- und Freizeiteinrichtungen, Vereinen, medizinischer Versorgung und Einzelhandel solle nun durch ein weiteres Angebot für Senioren die Attraktivität des Wohnortes gesteigert werden.

Wohnraum bieten

Das sieht auch Bürgermeister Roland Seel so. „Wenn wir tatsächlich Ende der 20er Jahre die S-Bahn erhalten, wird der Siedlungsdruck zunehmen. Und dann kommen junge Familien, die irgendwann ihre Eltern nachholen wollen. Dafür benötigen wir Angebote.“

Die Erbauer sind sicher, dass der Standort durch seine ausgeprägte Hanglage einen hervorragenden Blick auf Grävenwiesbach bietet und helle Wohnungen ermöglicht. „Durch die Nähe zum Bahnhof und zum Zentrum wird das Pflegeheim in die bestehende Infrastruktur bestens eingebettet.“

Das Gebäude bietet auf drei Ebenen neben Funktionsräumen und Gemeinschaftsflächen Raum für sechs Wohngruppen mit 12 Bewohnern. Geplant und entworfen wurde nach aktuellen Erkenntnissen einer modernen, stationären Betreuung der vierten Generation in Wohngruppen. Jeder Bewohner hat sein eigenes privates Einzelzimmer mit eigenem Sanitärbereich. Jede Wohngruppe verfügt zudem über einen Wohn- und Essbereich, damit die Mahlzeiten gemeinsam eingenommen werden können. Betreut werden die Senioren von Fachpersonal und Präsenzkräften.

Die Sprecherin betonte gegenüber dieser Zeitung: „Den beiden Gesellschaftern und Architekten Frank Berdan und Sergiusch Godulla kam es bei den Planungen besonders darauf an, dass das Seniorenheim sowohl eine hohe Wohnqualität für jeden Einzelnen bietet und gleichzeitig Möglichkeiten zur aktiven Teilnahme am gesellschaftlichen Leben geschaffen werden.“

Betrieben wird das Haus später von Cura Sana aus Bad Camberg. Der erfahrene regionale Betreiber hat bereits mehrere Häuser im Hochtaunus unter seiner Regie.

Im August 2017 finden im Gemeindevorstand und Bauausschuss die nächsten Gespräche statt, mit der Zielsetzung einer Beschlussfassung durch die Gemeindevertretung Anfang September 2017, damit der Bauantrag eingereicht werden kann. Klappt alles, steht einem Baubeginn noch in diesem Jahr nichts im Weg.
VON ANDREAS BURGER

Andreas Burger
stellvertr. Redaktionsleiter
Taunus Zeitung/Usinger Neue Presse